Christ ist erstanden!

 

Mehr als 40 Gemeindeglieder trafen sich zum Osterfrühstück im Gemeinderaum an der Friedenskirche. Für die Unterlage (Brot, Brötchen) hatte die Gemeinde gesorgt. Aufschnitt und Marmelade brachten die Gemeindeglieder mit. Wie in jedem Jahr blieb genug über, damit die Konfirmanden bei der Ostermontag beginnenden Segelfreizeit noch reichlich davon zehren können.

Beim anschließenden Gottesdienst wurde das Passionskreuz von Trauerflor und Dornenkrone befreit. Anschließend erweckte die Gottesdienstgemeinde das Kreuz zu neuem Leben. Dies ist inzwischen bei Groß und Klein eine liebgewonnene Tradition.

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KulturKirche

Die evangelische Friedenskirche in Bedburg ist zugleich Kulturkirche

Von wegen: „Auf dem Land ist nichts los“! Eine Kirche beweist das Gegenteil.

23.12.2010

Musik in evangelischen Kirchen? Selbstverständlich! Jedenfalls, wenn es sich um Kirchenlieder handelt, wenn die Orgel ertönt, Chöre singen, wenn klassische Kompositionen interpretiert werden. Dagegen kommen andere Musikstile, etwa Pop, Rock und Jazz, in Gottesdiensträumen eher selten zur Aufführung. Anlässe können besondere Gottesdienste oder Feste sein. In Kulturkirchen jedoch kann man einer solchen Breite und Vielfalt unter anderem an Musikstilen regelmäßig begegnen. Die evangelischeFriedenskirche in Bedburg, nordwestlich von Bergheim im Rhein-Erft-Kreis gelegen, ist seit einiger Zeit zur Kulturkirche Bedburg geworden – was selbstverständlich nicht hindert, dass sie auch weiterhin als ganz „normale“ Gemeindekirche fungiert..

Portrait des Bedburger Pfarrers Gebhard Müller-Philipps.

„Kirche ist ein Lebensraum, in dem Menschen Gott begegnen“
Als evangelischer Pfarrer amtiert dort Gebhard Müller-Philipps. Der gebürtige Kölner, Jahrgang 1961, ist seit September 2001 für den Pfarrbezirk I der Evangelischen Kirchengemeinde Bedburg-Niederaußem-Glessen zuständig. Und damit neben der Bedburger Friedenskirche auch für das Martin-Luther-Gemeindezentrum im Stadtteil Kaster. Bereits während seines Vikariats und Hilfsdienstes 1993 bis 1996 an der inzwischen zu einer Jugendherberge umgestalteten Kreuzkirche in Köln hegte Müller-Philipps Interesse an kulturellen Angeboten innerhalb des Kirchenraums. „Studierende der nahe gelegenen Musikhochschule musizierten nicht nur im Gottesdienst, sondern konzertierten ab und zu bei uns.“ Ebenso später, als Pfarrer im Evangelischen Kirchenkreis Sankt Wendel im nordpfälzischen Bergland, holte der begeisterte Freizeit-Gitarrist Musiker und andere Künstler in den Kirchenraum. Mit seinem Amtsantritt in Bedburg setzte er seine Begeisterung auch für die Vermittlung von Kultur, insbesondere Musik, in Kirchen fort. Dabei war und ist Müller-Philipps‘ Standpunkt in der anhaltenden Diskussion, inwieweit populäre und Rockmusik einen Platz in Kirchen haben sollte, eindeutig: „Kirche ist ein Lebensraum, in dem Menschen Gott begegnen. Dort gehört alles hinein, was Menschen bewegt, also auch populäre und andere Musik.“

Hervorragende Akustik
„In der Bedburger Friedenskirche fingen wir mit Klassik-Konzerten an. Es wurden immer mehr – und wie von selbst kamen Veranstaltungen mit populärer Musik hinzu.“ Anfangs habe man dort ein bis zwei Mal jährlich zu Konzerten eingeladen. „Dabei haben wir entdeckt, dass unsere Kirche über eine ganz hervorragende Akustik verfügt. Der häufig anzutreffende typische Hall ist nicht so ausgeprägt. Das hat uns einfach begeistert.“ Und angespornt. Schließlich ging mit dem Ausbau des Angebots die Suche nach einer geeigneten Begrifflichkeit einher. „Wir haben uns an gängigen Konzepten orientiert – und im Herbst 2009 für die kulturellen Veranstaltungen in der Friedenskirche den Begriff Kulturkirche Bedburg eingeführt.“ Aktuell finden diese ein Mal im Monat statt, in der Regel an einem Freitagabend – damit bleibt ausreichend Zeit, um die Kirche für den Sonntagsgottesdienst herzurichten.

„Wir wollen daran nichts verdienen“
Die Gemeinde unterstütze das Projekt: die Presbyterinnen und Presbyter vor Ort, dazu eine Handvoll Ehrenamtlicher, darunter Jugendliche, die im Hintergrund für den Ablauf sorgen, beim Auf- und Abbau, beim Catering helfen. Pro Veranstaltung habe man bislang im Schnitt hundert Personen gezählt. Das stimmt Müller-Philipps zuversichtlich. „Es dürfen natürlich gerne mehr werden.“ Mit Einbeziehung der Empore hätten 180 Personen eine akzeptable Sicht auf die Kulturkirchen-Bühne. Der bisherige Spitzenwert mit 250 Besuchenden liegt allerdings darüber. Erreicht wurde er bei einem Gospelkonzert. Um ein regelmäßiges Programm auf die Beine stellen und die Friedenskirche als Kulturkirche etablieren zu können, „müssen wir uns schon drum kümmern“. Monate vorher werde die Organisation in Angriff genommen, die Werbung gestartet. Die Eintrittsgelder sind unterschiedlich hoch. Sie liegen in der Regel zwischen fünf und zehn Euro, bei arrivierten Künstlern, wie zuletzt Klaus Heuser und Richard Bargel oder im Januar Gerd Köster und Frank Hocker, etwas höher. „Aber wichtig ist: Wir wollen daran nichts verdienen.“

Von wegen: „Auf dem Land ist nichts los“!
Bislang geben also Angebote musikalischer Art den Ton an. Ausstellungen mit bildender Kunst, Kabarettabende oder Lesungen fanden selten bis gar keine Berücksichtigung. „Das muss und soll nicht so bleiben, wir sind durchaus offen auch für diese Bereiche“, bringt Müller-Philipps das Musiktheater eines Gymnasiums in Erinnerung, das mit der Darstellung und Interpretation von Texten von Goethe bis Loriot aufwartete. „Häufig hört man: Auf dem Land ist nichts los.“ Was Bedburg und Umgebung betreffe, sei dies als ein Vorurteil entlarvt. „Die Stadt Bedburg hat sogar einen eigenen Kulturbeauftragten“, so Müller-Philipps. „Unser Engagement lohnt sich. Wir werden mit unseren kulturellen Veranstaltungen schon wahrgenommen. Auch im außerkirchlichen Bereich: ´Toll, dass die Kirche solche Angebote macht´, sei eine nicht selten zu hörende Reaktion.“ Müller-Philipps ist aufgefallen, dass viele der Besuchenden von außerhalb, zum Beispiel aus Bergheim, „zu uns kommen. Und natürlich sprechen wir auch Kirchenferne an. Wir möchten Schwellenängste abbauen, möchten, dass Kirche als Lebensraum wahrgenommen und akzeptiert wird.“ Beispielsweise durch das Projekt „Chur(ch)ill“, das bereits seine dritte Auflage erlebte. „Dabei bieten wir in der Kirche Chill-out Musik, Text-Lesungen und Lichtinstallationen, bieten wir Raum und Zeit zum Nachdenken.“

Und trotzdem: Kirche bleibt Kirche
„Die Kulturkirche ist die evangelische Friedenskirche. Hier wird Gottesdienst gehalten, getauft, getraut, getrauert“, betont Müller-Philipps. Für die Konzerte werde weder der Raum groß verändert, noch sein Inventar verrückt. „Alles bleibt an seinem Ort. Der Altar bleibt Altar, die Bibel an ihrem Platz.“ Daher solle er tunlichst nicht als Garderobe oder sonstige Ablage genutzt werden. „Es wird nichts weggestellt, nichts entfernt.“ Einzig die Kerzen werden nicht, wie im Gottesdienst sonst üblich, entzündet. „Die Friedenskirche ist unverändert ein Gottesdienstraum“, sagt Müller-Philipps. Er selbst sorgt dafür, dass dies anlässlich der Kulturkirchen-Veranstaltungen nicht „übersehen“ oder „vergessen“ wird. Denn stets begrüßt der Pfarrer vom Podium die Gäste. „Es gehört dazu, Präsenz zu zeigen, da zu sein. Auch während Pausen und nach dem Konzert“, gewinnt er seinem Mitwirken einen weiteren wichtigen Aspekt aus Sicht des Seelsorgers ab: „Wir ermöglichen in der Kirche Begegnung und Austausch. Wir stellen Kirche als Lebensraum vor, Kirche als ein Gebäude, als auch eine Gemeinschaft von Menschen. Das ist uns wichtig. Was die Besuchenden daraus machen, liegt an ihnen.“

Künstler setzen sich mit dem Raum auseinander
Die Künstler, so Müller-Philipps Erfahrung, empfänden und entdeckten Kirchen als besonderen Raum. „Bisher war es für jeden der hier Aufgetretenen eine Herausforderung und besondere Freude, immer verbunden auch mit Neugierde, in der Friedenskirche spielen zu können“. Und immer wieder bemerke er auch Unsicherheiten auf Künstler-Seite. „Sie fragen beispielsweise: Dürfen wir das so und so machen, dürfen wir dieses und jenes spielen? Das zeigt mir und spricht dafür, dass die Betreffenden sich mit dem Raum auseinander setzen.“

Das Program 2011
Den Auftakt im neuen Jahr bestreiten am Freitag, 28. Januar, 20.30 Uhr, Gerd Köster und Frank Hocker mit ihrem Programm „Cash zo Äsch“. Freitag, 18. Februar, 20.30 Uhr, gastiert das Acoustic-Duo „Fairytale“. Sängerin Eva Müller und Gitarrist Kris Tolksdorf bieten Blues, Pop und Soul. Am Freitag, 1. April, 20.30 Uhr, warten Vera Naus und Pianist Gert-Jan Naus mit Jazz und Pop auf. Am Freitag, 13. Mai, 20.30 Uhr, heißt es „Zurück auf Beginn“ – der Musiker Guido Kremer stellt insbesondere Stücke seines gleichnamigen, 2010 erschienenen Albums vor.

Informationen
Weitere Informationen zum aktuellen Programm sowie Foto-Impressionen aus der Kulturkirche auf www.kirche-bedburg.de

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Broich
Quelle: https://www.kirche-koeln.de/aktuell/artikel.php?id=2821