Gemeindebrief 80 erschienen: Kirche in Bewegung

Der aktuelle Gemeindebrief wird in den kommenden Tagen in den Haushalten unserer Gemeindeglieder verteilt.

Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist dieses Mal
“Kirche in Bewegung”

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Kirche in Bewegung – Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ein leuchtend blauer Bauwagen, vier schmale Fenster mit Rundbogen, ein Glockenturm oben darauf, drinnen vier einladende gelbe Sofas, an der Rückwand eine Kommode mit Kreuz und Kerzenleuchtern – fertig ist das Kirchenmobil „St. Marys“ – ein Projekt der Ev. Jugend Obernkirchen am südlichen Rand der Landeskirche Hannover. Zu sehen ist der kleine blaue Kirchenwagen z.B. auf Stadtfesten und Jugendfestivals, bei Kirchentagen und Demonstrationen gegen Rechtsextremismus.

Angekommen am jeweiligen Ort, geht es immer ganz schnell: Tür auf, Kerzen und Kreuz auf den Altar und eine Schachtel Kekse nach draußen auf den Stehtisch. Und dann erst einmal: einfach nichts tun. „Wir stehen da, lächeln und bieten Kekse an“, sagt Julia Schönebeck, meine junge Mitstudentin 2017 in Göttingen, „und wenn jemand möchte, dann spricht er uns an und wir können uns unterhalten.“

Manchmal bleibt es bei Fragen nach dem Bau und der Gestaltung des Wagens, oft aber erlebt das Team auch ganz besondere Momente, etwa wenn sich Gespräche über die ganz großen Fragen entwickeln, und spürbar wird, wie befreiend es zu wirken scheint, wenn da jemand ist, der einfach zuhören möchte. „Wir gehen raus, wagen uns aus den dicken Mauern unserer großen Sandsteinkirche heraus und lassen uns immer wieder überraschen, wo Gott schon so alles am Wirken ist, denn: Egal, wie sehr wir uns bemühen, neue Orte aufzusuchen, Gott ist immer schon da.“

Das Kirchenmobil, buchstäblich „Kirche in Bewegung“, hin zu den Menschen, mit, wie bei aller Bewegung, sich ständig auftuenden neuen Perspektiven. Gerade Letzteres ein Hinweis darauf, dass Kirche sich immer auch „als“ Bewegung selbst verstehen kann, dies gleichberechtigt neben einem Verständnis ihrer selbst etwa als Institution oder Organisation.

„Kirche als Bewegung“. Das heißt für mich: Kirche von unten. Mit spezifischer Vernetzung und Dynamik, voller Lebendigkeit. In aller Freiheit wachsend, ja, manchmal auch wild. Vielfältig und kreativ. Orientiert vor allem an der Sache, dem Evangelium und den Menschen. Ich denke, wenn Kirche auch diese Seite Ihrer selbst im Blick hat, gerade dann wird sie dahin gelangen wo sie gebraucht wird.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihr

Matthias Bertenrath

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