Gemeindebrief 74 erschienen – Passion

Gemeindebrief 74 - PassionDer aktuelle Gemeindebrief wird in den kommenden Tagen in den Haushalten unserer Gemeindeglieder verteilt.

Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist dieses Mal “Passion”

Sie haben den “Brief an die Gemeinde” nicht erhalten? Dann melden Sie sich bitte im Gemeindebüro, damit Ihre Adresse überprüft werden kann. Sie finden den aktuellen Gemeindebrief aber auch in den Informationsständern unserer Kirchen oder hier als Download.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wenn Sie diesen „Brief an die Gemeinde“ in Händen halten, hat sie längst begonnen, die diesjährige Passionszeit im Kirchenjahr.

Doch warum begehen wir die Passionszeit eigentlich Jahr für Jahr. Wozu erinnern wir uns immer wieder des Leidens Jesu?

Der Sinn liegt in der möglichen Hilfe für den Umgang mit dem gegenwärtigen Leid, ob ganz persönlich oder weltweit. Im Begehen der Passionszeit, im Erinnern an das Leiden Jesu lässt sich das gegenwärtige Leid vor Gott bringen, in der Hoffnung auf Verständnis und Verwandlung. Es lässt sich gerade so anschauen und bearbeiten.

Die alte Tradition der Kreuzwege knüpft genau hier an: Durchgehen, Meditieren, Wahrnehmen. Auf der Titelseite sehen Sie die dritte Station des Kreuzweges in der katholischen Pauluskirche in Niederaußem abgebildet (Der 1. Fall). Gemalt hat den Kreuzweg 1971/72 Hermann Gottfried (1929-2015), welcher im Übrigen auch Fenster in St. Johannes Baptist in Niederaußem, in St. Willibrord in Bedburg-Kirdorf und in der Kapelle des St.-HubertusStiftes in Bedburg gestaltet hat.

Der von Hermann Gottfried gestaltete Kreuzweg mit seinen Überzeichnungen, auch mit dem auffallenden Nebeneinander von recht warmen Farben und harten Linien möchte das Passionsgeschehen ganz existentiell nahebringen. Die dritte Station lässt so im Besonderen an die denken, welche bis heute unter zu großen Belastungen zusammenbrechen, schon am Boden liegen, oder gerade noch nach einem letzten Strohhalm greifen (auf dieses Detail der Darstellung hat mich freundlicherweise K.-H. Schippers aufmerksam gemacht). Ganz gleich, ob es nun eine Krankheit ist, die da zu schwer wird, eine andere Sorge, oder ob es Versagen und Schuld sind, die zu Fall bringen.

Die Passionszeit im Kirchenjahr begehen, sich des Leidens Jesu erinnern – die entscheidende Perspektive ist dabei die, dass Gott auch heute, auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will. Dass er auch aus Scheitern Segen erwachsen lassen kann und will – so, wie wir es ein für allemal vor Augen
haben im Glauben an Christi Tod und Auferstehung. Eine anregende Lektüre und eine gute Zeit wünscht Ihnen

Matthias Bertenrath, Pfr.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.